Gusto – Ganz nach meinem Geschmack

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Italiener sind ja nicht gleich Italiener und es ist ein bisschen wie mit deutschen Bäckereien: Zum Einen geht man, weil dieser gutes Brot hat und beim Anderen kauft man ein, weil dieser die besten Torten backt. So gibt es auch italienische Restaurants, die eine spitzen Pizza zaubern, während andere sich eher auf Nudeln spezialisieren. Versucht ein Restaurant beides zu bedienen, so landet es meist nur im Mittelmaß. Aber nicht „mein“ Italiener, das Gusto! Ich nenne es „meinen“ Italiener, weil wir ganz in der Nähe wohnen und nun schon mehrfach hintereinander dort waren. Komischerweise schreibe ich über Restaurants, die ich öfter besuche, kaum Rezensionen. Vielleicht weil ich Angst habe, dass sie mich sonst nicht mehr reinlassen😉

Hoffentlich bleibts bei diesem Spaß, denn ich habe vom Gusto nur Gutes zu berichten. Unser Alltime-Favorite dort ist der gemischte Antipasti-Vorspeisen Teller, den wir uns immer zu zweit teilen. Würde man diese Platte allein essen, könnte man danach wegen des Völlegefühls gar keine Pizza oder keine Pasta probieren.

Von außen recht unscheinbar mit ein paar Sitzplätzen an der Straße, will man vielleicht nicht sofort ins Gusto eintreten. Im Inneren ist es dafür umso liebevoller gestaltet. In einer Ecke sitzt Pinocchio und in der anderen hängen alte Lampenschirme von der Decke. Überall sind Bilder von „der alten Zeit“ in schwarz/weiß aufgehängt und das Licht ist gemütlich und schummrig. Der Chef des Hauses (so nehme ich zumindest an) ist eine Wucht – einerseits weil er groß und kräftig ist und anderseits, weil sich hinter dieser zunächst etwas derben Art ein sehr herzlicher Gastgeber findet, der bereitwillig Auskunft gibt und die Wünsche der Gäste auf Zack erfüllt.

Bei unserem letzten Besuch probierten wir als Vorspeise die Pizza Fritta unter dem Namen Bools Napolitane – diese frittierten Teigballen erinnerten mich ein bisschen an Langos-Teig, nur noch verfeinert mit süßen Tomaten und als Beilage Parmesan sowie verschiedene Salami- und Schinkensorten. Insgesamt eine sehr feine und runde Sache.

Zur Hauptspeise gönnte ich mir die hausgemachten Gnocchi in Sahnesoße mit Garnelen. Die Gnocchi waren ganz weich und wirklich frisch. Bei der Soße fragte ich nach Chili und Pfeffer zum Nachwürzen – beides wurde prompt gebracht. Vielleicht wäre es anderen würzig genug gewesen, denn bei Schärfe bin ich wirklich kein Maßstab. Ich liebe es spicy😉

Mein Freund wählte die Fusilli Matriciana, ebenfalls mit selbstgemachten Nudeln in einer herzhaften Soße aus Speck, Zwiebeln und Tomaten. Ich konnte mich nicht entscheiden, was mir besser schmeckte.

Übrigens bietet die Speisekarte viele vegane Gerichte an sowohl bei Nudeln als auch bei den Pizzen. Wir haben keines davon bisher probiert, aber ich bin sicher, dass diese ebenso gut sind, wie alle anderen Köstlichkeiten.

Fazit:

Ich komme immer wieder gerne ins Gusto – denn da weiß ich, was ich bekomme: frische, selbstgemachte Gerichte in einem angenehmen Ambiente zu angemessenen Preisen. Einen mini Sternabzug gibt es, weil der letzte Pfiff fehlt. Das Essen ist eben solide, aber keine Zauberei. Von der Lage ist es im Sommer jedoch unschlagbar, denn das Gusto liegt gleich neben dem Freibad West. Da kann man nach dem Schwimmen direkt zuschlagen😉 Buon appetito!

4sterne

Öffnungszeiten:

Di – Sa 17:30 bis 00:30 und So 17:30 – 22:00

Kirschgartenstr.4

90419 Nürnberg

Tel.: 0911-2777363

Mail:  info@gusto-nürnberg.de

Eine Ode an den Burger – 90419 Burger Bar

Endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft: Der Beitrag zur wunderleckeren 90419 Burger Bar ist da.

Burger Blue Cheese

Die Crew des Ladens bekommt erst einmal ein fettes Sorry von mir. Warum? Na weil ich schon im Sommer 2015 in der Burger Bar war und normalerweise erzähle ich niemals den Gastgebern, dass ich eine Rezension schreiben werde, aber wir sind einfach super nett ins Gespräch gekommen und da fiel dann mein Foodblog. Tja, wieder zu Hause wollte ich loslegen mit Schreiben, aber die Fotos, die ich gemacht hatte, waren grauenvoll und alles andere als der Wirklichkeit entsprechend. Dies lag a) an meiner schlechten Handykamera und b) an dem Umstand, dass wir draußen aßen und es quasi schon dunkel war – und jeder weiß, dass Fotos mit Blitz schrecklich sind. Nun traute ich mich also ewig nicht ins 90419 und dabei wohne ich quasi um die Ecke – Aber ich hatte nun mal etwas angekündigt, was eben nicht kam. Letzte Woche war ich dann mit Kollegen doch mal wieder da und extrem beeindruckt. Die Burger sind noch besser und professioneller geworden. Das Warten hat sich also gelohnt.

Burger Bar3

 

Das Innere der alten Eckkneipe hat man vor Eröffnung im Juni 2014 komplett aufgestylt. Dabei fallen am meisten die Tische ins Auge, die in ihrem früheren Leben einmal Holztüren waren. Durch das viele Holz und die weiße Farbe wirkt es fast ein bisschen wie in einem Lokal an der Nordsee – nur dass es hier eben keinen Fisch, sondern Burger gibt. Auf der Karte findet man 7 Burger (auch vegetarisch und vegan), die noch mit Extrabeilagen aufgepimpt werden können. Außerdem sind die selbstgemachten (Bio-)Hackfleisch-Patties in unterschiedlichen Größen wählbar. Bisher probiert habe ich schon „Meat Loaf“, „Machete“ und den „Cheeseburger“. Alle drei schmecken ganz einzigartig, vor allem durch die hauseigenen Soßen, wie der Guacamole, der Salsa, der BBQ-Soße, Sour Cream oder Mayo. Wie die Jungs (und Mädels) selbst zugeben, ist nur das Ketchup extern eingekauft, was durchaus legitim ist – denn sonst wird hier alles selbst hergestellt. Sogar die Pommes schnitzen sie per Hand aus Kartoffeln vom Regionalbauern. Wer schon mal mehr als 3 Kartoffeln schälen und schneiden musste, der weiß wie anstrengend das ist.

Burger offen smashed

Bei meinem letzten Besuch aß ich den Cheeseburger (regular, medium) und dazu die Smashed Potatoes. Auf dem Burger war ausreichend Soße, das Fleisch war frisch und wie gewollt medium. Zu den Smashed Potatoes lassen sich drei Dinge sagen: Es sind grob zerdrückte Pellkartoffeln und kein Kartoffelbrei (schade), wie ich dachte. Dazu gab es reichlich Dips, nämlich Salsa, Guacamole und Sour Cream. Für mich genau die richtige Kombi, während meiner Kollegin die Salsa viel zu scharf war. Zarte Gaumen sollten also vorsichtig sein. Als alternative Beilage kann ich noch sehr die Parmesan-Pommes empfehlen.

Übrigens die Getränke (Limo und Bier) stehen auf den Fensterbrettern im Raum, von wo man sie sich aussuchen und bestellen kann, da es keine Getränkekarte gibt – Mittlerweile hat die Burger Bar sogar mit eigenen Longdrinks/Cocktails aufgestockt. Zwischendrin hat es nur mal etwas länger gedauert bis man uns die Getränke brachte.

Als Nachtisch wollte meine Kollegin gerne noch ein Eis von Eis im Glück, aber leider hatten sie keins da – Also entschied sie sich für den New York Cheesecake im Glas. Dieser kam erst circa 20 Minuten später und wir dachten schon, sie hätten ihn vergessen, aber der Grund für die Verspätung war einfach: Der Kuchen wurde frisch gebacken – ungewöhnlich und trotzdem lecker.

Fazit:

Die 90419 Burger Bar war schon immer gut, doch sie ist noch besser geworden. Die Speisekarte hat sich zwar nicht grundlegend geändert, aber Optik, Aufmachung und Professionalität der Speisen sind steil angestiegen und können nun auch mit dem großartigen Geschmack der Burger mithalten. Neben dem Essen ist auch die Atmosphäre immer freundschaftlich und entspannt, sodass man sich gerne von dieser Lässigkeit anstecken lässt. Zusammengenommen hat die Burger Bar geschmacklich die Kuhmuhne überholt und liegt im Gesamtvergleich (Ausstattung, Bedienung etc) nun mit ihr gleich auf.

4.5 Sterne

Öffnungszeiten:

Mo – Fr 11:30 bis 01:00 und Sa – So 15:00 – 01:00

Lobsingerstraße 10

90419 Nürnberg

Tel.: 0911/ 923 77 622

Mail: 90419burgerbar@gmx.de

Steak Heaven – Casa Argentina

Rasant schnell eröffnen in letzter Zeit immer mehr Restaurants in Nürnberg. Auch das kleine Casa Argentina hat es sich erst kürzlich in der Beckschlagergasse 8 neben Chong’s gemütlich gemacht. Es ist etwas dunkel weiter hinten im Gastraum, als Deko dienen volle Weinflaschen und Argentiniens Flagge an der Wand. Ein Raumausstatter wird sich hier vielleicht nicht wohlfühlen, aber ein Steakliebhaber definitiv und darauf kommt es im Casa schließlich an.

Steak Casa 2

Die Karte ist klein aber fein: Es gibt ein paar Salate, ausgefallene Tapas, aber hauptsächlich Fleisch und gute Weine. Meine Freunde trauten sich an das Kalbsbries mit Hummus heran, obwohl niemand von uns wusste, was da eigentlich dann auf den Teller kommt. Als eine weitere Tapasspezialität bestellten wir die Kroketten mit Ibericoschinken gefüllt und wurden bei beiden Vorspeisen nicht enttäuscht. Die Kroketten waren ganz sicher hausgemacht und das Kalbsbries stellte sich als Innerei heraus – die „Thymusdrüse des Kalbs, zuständig für das Immunsystem„. Hierbei kann ich den Geschmack gar nicht richtig beschreiben, da es kaum Vergleiche gibt, die man ziehen könnte. Am ehesten sah es aus und schmeckte es wie Leberwurst. Eine Delikatesse, die man gut essen kann, ohne dass sie einen besonders ausgefallenen Eindruck hinterließe.

Mich begeisterte schon vor dem Hauptgericht das Brot, welches wir frisch und selbstgebacken mit einer Ölvinaigrette serviert bekamen. Davon konnten wir so viel nachbestellen, wie wir wollten ohne extra zu zahlen.

Salat Casa

Aus insgesamt 7 Fleischgerichten zwischen 10,90 € und 21,90 € kann der Gast wählen. Das ist im Verhältnis zu anderen Steakhäusern in Nürnberg guter Durchschnitt – So richtig günstig erscheint es erst, wenn man den magischen Satz unter der Steakauflistung liest: „Alle Gerichte werden mit Beilagen serviert“! Und das beinhaltet sogar 2 von 4 Beilagen. Lowcarb-Menschen wie ich, müssten jetzt hellhörig werden: Ich nutzte die Gelegenheit und wählte das Flap Steak, medium mit Salat und gegrilltem Gemüse. Die anderen am Tisch aßen zum argentinischen Rinderfilet Ofenkartoffel oder Pommes mit Salat.

Steak CasaDas Steak war ein Traum – saftig und zart – so gut gebraten, wie ich es noch nirgendwo sonst in Nürnberg gegessen habe. Ich muss zugeben, dass ich bei Steaks auch immer recht geizig bin, da ich nicht über 20 Euro ausgeben will, um dann einen trockenen Lappen Fleisch plus 5 Euro Beilagen essen zu dürfen. Aber ins Casa Argentina würde ich jederzeit wieder gehen. Einen weiteren Bonuspunkt gibt es für die super nette Bedienung. Hier sind wohl die Chefs selbst am Werk gewesen. Zwei sympathische Kerle kümmerten sich da liebevoll um unser leibliches Wohl – mit ihrem spanischen Akzent waren sie das Tüpfelchen auf dem „i“ an diesem Wohlfühlabend.

Fazit:

Mir bleibt nicht mehr viel zu sagen, außer dass ich mir hier ein Eigentor schieße, wenn ich dieses Restaurant zu sehr anpreise, da dann bald ewige Reservierungszeiten die Folge sein werden. Aber ich will ja fair bleiben. Wer also ein gutes Steak und Herzlichkeit en masse nicht missen möchte, der sollte schnellstens im Casa Argentina essen gehen.

5sterne

Öffnungszeiten: Di – So 17:00 bis 00:00

Beckschlagergasse 8

90403 Nürnberg

Tel: 0911  120396 263

Mail: casaargentina@casaargentina.de

Hip, hipster, Sushi – Kokoro

Man glaubt es kaum, aber nach fast einem dreiviertel Jahr, habe auch ich es ins Kokoro geschafft.

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Das ist gar nicht so einfach, denn wie ich schon in einem anderen Artikel erwähnt habe, wollten wir im Sommer 2015 dieses neue Sushirestaurant hinter dem Museum der Moderne ausprobieren, wurden aber 20 Minuten lang nicht bedient und sind enttäuscht wieder gegangen. Dieses Mal haben wir reserviert und staunten nicht schlecht, wie voll es tatsächlich dort war. Die kleine Location platzte fast aus allen Nähten und der Strom an Hungrigen brach bis circa 21:30 nicht ab.

Vorab war ich nicht begeistert, denn schon bei der telefonischen Reservierung wurde uns gesagt, dass Tische nur für anderthalb Stunden vergeben werden; und das kann ich ja gar nicht leiden. Als Gast lässt man Geld da und will einen schönen Abend verbringen und dann wird man rausgeschmissen, weil die nächsten schon in der Schlange stehen? Ein No-Go! So ist es uns dann aber zum Glück doch nicht ergangen. Wir saßen in einer Ecke, was uns zugute kam, da das Gewusel dort etwas abgeschwächt wurde. Trotz der vollen Besetzung war die Bedienung im Großen und Ganzen schnell und höflich. Dennoch hatten wir immer im Hinterkopf, dass man uns schnell abfertigen musste, damit wir pünktlich den Tisch frei machen konnten.

Die Karte des Kokoro hat viel zu bieten: Vom Mittagstisch, über warme Gerichte und Vorspeisen bis hin zu Salaten und natürlich großteils Sushi. Hierbei kann man sich preislich arm essen, aber es geht auch günstiger. Somit sind die Gerichte im Durchschnitt gut bezahlbar, je nachdem welchen exklusiven Gaumen man hat und ob man flambierte, frittierte, dreimal gerollte, mit 5 Zutaten gefüllte Sushirollen isst, oder eben doch die mit Lachs, Avokado und Philly-Cheese.

Als Vorspeise probierte ich die DimSum aus, dort auch Hot Basket genannt. Das sind gedämpfte Teigtaschen mit Gemüse und Garnelen. Diese waren lecker, aber nicht überragend und hätte ich nicht gewusst, dass Garnelen drin sein sollten, hätte ich es auch nicht rausgeschmeckt. Meine Freundin gönnte sich die gedämpften und gesalzenen Sojabohnen. Von denen bekam sie reichlich und als gesunden Snack kann ich sie sehr empfehlen. Als Hauptspeise bestellten wir verschiedene Sushirollen und probierten alles durch. Insgesamt war das Sushi super – frisch und gut gerollt, nur leider etwas zuuu riesig (ja, groß ist nicht immer gut), sodass man manchmal abbeißen musste anstatt alles gleich in den Mund zu schieben. Dadurch fiel dann doch einiges auseinander.

Als Nachtisch gönnten wir uns dann noch ein Jasmin Créme Brulée. Dieses schmeckte etwas herber durch das Jasminteepulver, aber genau das war speziell und positiv, da ich kein Fan von Vanille bin, welche ja sonst in so ein Dessert gehört.

Kokoro Creme Brulee

Übrigens ist es dann doch nicht so gekommen, dass wir Punkt 21 Uhr gehen mussten. Wir haben das Lokal auf eigenen Wunsch erst um halb 10 verlassen und niemand hat uns aufgefordert den Platz freizumachen.

Fazit:

Das Restaurant ist gerade der In-Sushiplace to be in Nürnberg. Deshalb ist es voll, laut und hektisch. Dennoch wirkt die Einrichtung cool und gemütlich, das Personal ist auf Zack und das Wichtigste: das Sushi schmeckt! Abzüge gibts hauptsächlich für die Zeitvorgaben bei der Reservierung sowie einen halben Stern weniger für die Vorspeise und einen halben für die Atmosphäre = 3 Sterne.

So und jetzt schnell auch mal ein Sushi-Hipster sein und ab ins Kokoro bevor der nächste Laden eröffnet🙂

3sterne

Öffnungszeiten:

Luitpoldstraße 3

90402 Nürnberg

Tel: 0911 664 868 01

Mail: hello@kokororestaurant.de

Green Lion – Fitness auf dem Teller

Vor zwei Wochen eröffnete das Restaurant Green Lion am Äußeren Laufer Platz neben der Mischbar. Ich wurde darauf sofort aufmerksam, da ich seit einiger Zeit versuche Low Carb und „paleofriendly“ zu essen und dieses Restaurant wirbt mit dem Untertitel „Fitness Food House“.

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Die Idee ist einfach wie genial: Alle Gerichte sind gesund und enthalten exakte Nährstoffangaben, was extrem praktisch ist, wenn man Kalorien zählt. Zudem wird kein weißer Zucker und kein Weizenmehl verarbeitet und manche Gerichte sind sogar komplett vegan, lactosefrei oder glutenfrei.

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Das Lokal ist ähnlich aufgebaut wie Dean und David oder die Mischbar. Es ist nichts, wo man sich lange aufhält, aber dennoch kann man die Gerichte vor Ort verspeisen. Der Raum ist groß, hell und hat hohe Decken, was dementsprechend leider auch zu einer höheren Lautstärke führt, bei der man sich nicht mehr ganz so entspannt unterhalten kann. Was mich außerdem immer wieder verwundert (auch in anderen Läden), ist die Beleuchtung. Hier wurde das Prinzip „mehr ist mehr“ angewendet, soll heißen, dass in einer Lampe gut und gerne sechs Glühlampen verbaut wurden, was zu sehr grellem und ungemütlichen Licht führt und deshalb eine Art Kantinen-/Mensastimmung aufkommen lässt.
Liest man sich jedoch das Essenangebot auf der Website vom Green Lion durch, so wird mir zumindest ganz warm ums Herz. Da gibt es Zoodles mit Tofu, allerlei verschiedene Salate und Sandwiches sowie Burger, Suppen und Frühstück. Ganz, ganz toll klingen auch die Desserts, die ohne Reue gegessen werden dürfen.

Vor Ort stellten wir uns also an die Theke mit der Salatbar dahinter und gaben unsere Essenwünsche an. Ich entschied mich für die Zoodles mit Tofu und Erdnusssoße. Mein Freund nahm die Grilled Chicken Bowl – ein Mix aus Salat, Hühnchen, Avocado, Tomate, Champignons, Süßkartoffeln und eigentlich Hummus, der jedoch durch Guacamole ersetzt wurde, da ersteres schon aus war.

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Ich muss leider sagen: Ich war enttäuscht. Die Zoodles waren total verkocht und das Tofu schmeckte wie aus der Packung. Die Erdnusssoße war lecker, aber sehr wenig, was wahrscheinlich daran liegt, dass hier alle Zutaten genau bemessen sind, um die Kalorien angeben zu können. Preislich fand ich knapp 10 Euro auch etwas überteuert für diese kleine Portion. Vielleicht bin ich auch etwas verwöhnt, aber wenn ich Zoodles zu Hause selbst mache, dann sind die al dente, da sie nur kurz in der Soße mitgeschwenkt werden. Der Salat (bei dem man sich übrigens auch die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellen kann) überzeugte ebenfalls nicht so recht, da auch hier das Dressing extra kam und nicht reichte, das Hühnchen war trocken und die Guacamole lasch gewürzt. Ein Glück standen zum Nachwürzen noch richtige Pfeffer- und Salzmühlen auf dem Tisch. (Also hier: Pluspunkt dafür, dass es keine Streuer waren mit „Schubladendreck“ gefüllt, wie ich vorgemahlenen Pfeffer nenne).

Nach dem Hauptgang waren wir dann aber doch noch neugierig auf die Nachspeisen und teilten uns einen Protein Cheesecake ohne Mehl und mit Xucker (statt Zucker). Dieser schmeckte uns beiden extrem gut. Das war dann doch noch ein versöhnliches Ende.

Fazit

Generell kann ich sagen, dass die Idee des Fitness Food Houses super toll ist, weshalb es hier auch allein dafür einen Pluspunkt gibt. Am Ambiente kann man noch feilen und die Gerichte sind gut ausgedacht, aber schwach umgesetzt. Hier würde ich vorschlagen, mehr Gewürze einzusetzen und Garzeiten zu beachten. Bei dem Dessert kann man hingegen nichts besser machen. Dies alles ist natürlich wie immer meine persönliche Meinung und jeder sollte diese für sich selbst bilden. Alles in allem gibts deshalb von mir 3 Sterne, in der Hoffnung, dass sich dieses junge Restaurant noch prächtig entwickeln wird.

3sterne

Öffnungszeiten: Mo – Fr 7:30 bis 21:00; Sa 9:00 bis 20:00

Äußerer Läufer Platz 9

90403 Nürnberg

Tel: 0174 32 66 085

Mail: info@greenlion-restaurant.de

 

 

Japanische Küche – Ramen selbstgemacht

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich euch ja vom KomeKome in Nürnberg und deren tolle Ramensuppe erzählt. Das wollten wir so oder so ähnlich auch nachkochen und haben uns letztes Wochenende freestyle rangewagt. Vorweg kann ich gleich sagen – es hat gut geschmeckt, aber die Grundbrühe war zu dünn. Wir haben nämlich nur 3 Rinderknochen zum Auskochen gekauft, dabei hätte es mindestens ein Kilo sein müssen. Aber von vorn:

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Was also kam rein in die Suppe?

  • Rinderknochen (alternativ können es auch Schweineknochen sein)
  • Tafelspitz (ca 600 Gramm)
  • Zwiebeln
  • Suppengemüse (Möhren, Lauch, Sellerie)
  • Brokkoli
  • Sojasoße
  • Reisessig
  • Gewürze nach Belieben

Als Einlage kam zum Schluss (kurz vor dem Servieren) hinzu:

  • Nudeln natürlich (spezielle Ramennudeln vom Asiaten)
  • Sprossen (frisch)
  • Kimchi (chinesischer Kohl vom Asiaten)
  • Surimi
  • Koriander (frisch)
  • Champignons
  • Frühlingszwiebeln
  • Algenblätter (vom Asiaten)
  • 1 hart gekochtes Ei

Die Zubereitung:

Zuerst mussten die Knochen mindestens 3 Minuten in kochendem Wasser verbringen, da so die Harnsäure weggespült wird, die bei manchen Menschen Gicht auslösen kann. Danach wuschen wir diese unter fließendem Wasser ab und setzten sie in einem frischen Topf mit ca 2 Liter Wasser erneut auf. Hinzu kamen 2 halbierte Zwiebeln inklusive der Schale, da diese ihre Farbstoffe an die Brühe abgibt.

Nach 1 1/2 Stunden haben wir die Zwiebeln und Knochen herausgeholt und dafür den Tafelspitz hinzugefügt und das Ganze erneut eine Stunde köcheln lassen. Eine halbe Stunde bevor man die Suppe servieren möchte, sollte das Gemüse (Brokkoli, Suppengemüse) hinzugefügt werden. Außerdem haben wir zu diesem Zeitpunkt abgeschmeckt und festgestellt, dass uns die Flüssigkeit nicht kräftig genug schmeckt. Hier konnten wir einiges mit Sojasoße und Reisessig verbessern. Während die letzten Minuten angebrochen sind, bereiteten wir schon die Einlage vor. Das hieß, Pilze schnippeln, Sprossen waschen, Koriander und Lauchzwiebeln hacken, Eier kochen und natürlich die Nudeln zubereiten. (Wir gehen ja immer zum asiatischen Supermarkt unseres Vertrauens, wo es eine riesige Auswahl an Nudeln gibt. Da haben wir uns einfach beraten lassen, welches die beste Sorte für unser Ramen ist. Ich empfehle Reisnudeln, in denen nur drei Zutaten sind: Reismehl, Wasser und Salz. Auch das Kimchi haben wir dort im Glas aus dem Kühlregal geholt, da das selbst einlegen und die Ziehzeit des Kohls schon gut 1 Woche benötigt.)

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Sobald die Suppe fertig war, konnte man den Tafelspitz herausholen und in Scheiben schneiden. Dann füllten wir die Nudeln in eine Schüssel, fügten die Brühe mitsamt dem Gemüse und dem Fleisch hinzu und setzten nach Belieben die Einlage obendrauf.

Fazit:

Wir konnten 3 Tage von der Suppe essen und sie ist uns fürs erste Mal recht gut gelungen. Dennoch werden wir beim nächsten Versuch mehr Knochen verwenden oder gleich variieren, indem wir eine Fischfondgrundlage mit Misopaste benutzen. Die Einlagevarianten sind unendlich, aber das Highlight für mich war der butterzarte Tafelspitz. Ich gebe uns 3 1/2 Sterne🙂

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Japanische Nudelsuppe – Ramen im KomeKome

Zunächst einmal hatte ich bis vor 4 Wochen keine Ahnung, was Ramen sein soll. Dann hat mich eine Netflix-Doku quasi darüber aufgeklärt: In mehreren Folgen „The Mind of a Chef“ geht es nur um diese japanische Nudelsuppe, die es in zig Variationen rund um den Erdball zu essen gibt.

Eigentlich ist „Ramen“ nur eine bestimmte Sorte japanischer Nudeln. Dennoch wird dieser Begriff in den meisten Fällen auch für die ganze Suppe verwendet.

Nun haben wir das Glück in Nürnberg im japanischen Restaurant KomeKome ebenfalls dieses Ramen zu finden. Das Komekome gibt es seit circa einem Jahr im Stadtteil Johannis, wird von einem Japaner geführt und lässt daher authentische Küche vermuten.

Die Einrichtung ist schlicht gehalten und das etwas zu helle Licht lässt leider nur wenig Gemütlichkeit aufkommen. Das war wohl einer der Gründe, warum wir bis zuletzt einen Bogen um das Restaurant gemacht haben. Doch das war ein Fehler.

Die Begrüßung und Bedienung der Kellners war sehr freundlich, aber zurückhaltend und eine große Gruppe Japaner saß versammelt an einem Tisch, was immer ein Zeichen für mich ist, dass das Essen hier super sein muss, da sogar Landsleute dort vorbeischauen .

Ramen gilt nicht als Vorspeise, sondern wird in einer großen Schüssel serviert, die durchaus den normalen Esser satt macht. Im KomeKome gibt es mehrere Variationen. Außer den Basics können noch weitere Zutaten gegen einen Aufpreis hinzugenommen werden. Neben der Suppe bietet das Lokal natürlich auch Sushi und Bentoboxen an (preislich relativ teuer im Vergleich zu anderen Restaurants in Nürnberg) sowie weitere typisch japanische Reisgerichte, z.B. Donburi.

Aus Neugier bestellte ich dieses Mal aber eben kein Sushi, sondern Ramen Tantanmen: Eine Suppe mit Hackfleisch, Sesam und Chili mit verschiedenen Einlagen, wie einem hart gekochten Ei, Lauch und Pak Choi sowie natürlich den Ramennudeln. Da ich Hackfleisch liebe, es salzig mag und sowieso ein Suppenkind bin, war dies die perfekte Wahl.

Ramen Tantanmen

Trotzdem habe ich neidisch zu meinem Freund rüber geschaut, der sich für ein Tonkotsu Ramen entschieden hatte. Dies ist sicherlich die traditionellere Variante und war dank des Schweinefleischs am Stück hübscher anzusehen, als mein Hackgemetzel. Seine Suppe schmeckte ganz anders als meine und dennoch genauso gut. Neben dem Schwein (und den Nudeln) gab es als Einlage wieder ein Ei, Surimi, Algenblätter, Sprossen, Lauch, Morcheln und extra dazu bestellter Kimchi. Kimchi gibt es verschiedenen Ausführungen und besteht aus Kohl, der eingelegt und so haltbar gemacht wird. Es ist vergleichbar mit dem deutschen Sauerkraut, nur eben auf japanische (oder original koreanische) Art.

Ramen Tonkotsu

Beide Suppen haben mich geschmacklich begeistert, da sie sich überhaupt nicht glichen und sich mir somit ein ganz neues Geschmackerlebnis geboten hat.

Zum Nachtisch teilten wir uns noch ein Sesameis, welches eine gräulich-grüne Farbe aufwies und mir nicht ganz so gut gefiel, da es doch recht herb war. Mein Freund hingegen fand es super und hat dann auch meinen Teil aufgegessen.

Sesameis

 

Fazit:

Für die Suppe gibt es 5 Sterne. Abziehen muss ich leider etwas am Ambiente (andere Glühbirnen mit weniger kaltem Licht würden schon helfen) und am Preis, der doch im Vergleich zu anderen, nicht weniger guten Japanern, recht hoch ist.

 

Dennoch habe ich bisher nirgendwo sonst in Nürnberg Ramensuppe gesehen und somit behält das KomeKome vorerst diesen Vorteil der authentischen japanischen Küche.

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Öffnungszeiten:

Di – So 11:30 bis 14:30 und 17:30 – 23:00

Kirchenweg 22

90419 Nürnberg

Tel.: 0911/3784 4615

Mail: mail@komekome.de


			

Silvester bei Paul

Ja zugegeben, es ist eine Ewigkeit her, dass ich meine letzten Restaurant-Erfahrungen für euch aufgeschrieben habe. Dabei wird die Liste meiner besuchten Lokale immer länger. Da es der erste Beitrag im neuen Jahr ist, erzähle ich euch, wo ich meinen Silvesterabend verbracht habe, nämlich im „dasPaul“.

 

Ich nenne es schon mal liebevoll „Pauls“, weil es eingängiger ist und sich namentlich an seinen Vorgänger, dem Lukas, anschließt – Das Lukas lief eigentlich immer gut, doch es gab öfter Beschwerden über das unaufmerksame Personal und überteuertes Essen. Nun muss sein Nachfolger beweisen, dass er besser ist.

Erst im Dezember eröffnete das Restaurant inklusive Hotel neu und ist bis zum jetzigen Tag fast immer gut besucht. Das liegt wohl auch am urbanen Ambiente, das die Betreiber sich einiges haben kosten lassen. Im New Yorker Industrial Style zeigt es viel schwarz, wenig Kitsch und doch Gemütlichkeit durch bequeme Sessel und hippe Brickwalls, also Wände aus Ziegelsteinen.

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Böse Zungen behaupten, dass das Paul auf Grund seiner Einrichtung wieder so ein Schickimicki-Tussi-Treffpunkt für Reiche und Möchtegern-Hipster wird, aber bisher sind mir dort durchaus auch normale Leute über den Weg gelaufen. Ich begrüße es, dass hier mal kein leuchtendes Pink oder rot als Hintergrundbeleuchtung gewählt wurde, sondern einfaches gemütlich gelbes Licht bei dem man sein Essen zwar noch sieht, sich jedoch nicht wie auf einer Bahnhofsvorhalle vorkommt.

Natürlich war der Silvesterabend anders, als normale Abende, denn hier wurde im Pauls kein á la Carte Essen serviert, sondern ein vier Gänge Menü, inklusive eines Begrüßungssektes für 79 Euro pro Person. Dass das relativ teuer ist, möchte ich gar nicht abstreiten, aber habt ihr an Silvester mal ein Menü in Nürnbergs Restaurants gefunden, dass unter 50 Euro lag? Schwierig, wenn man innenstadtnah den Abend verbringen möchte. Und bis auf ein paar mini kleine Abstriche hat das Essen für diesen Preis meine Erwartungen erfüllt.

Pauls1Beim ersten Gang gab es auf zweierlei Arten zubereiteten Thunfisch, einmal als Sashimi in Sesam gewendet, und dann als Tartar, angerichtet mit Kresse und glasierter Lauchzwiebel. Beide Varianten waren ausgezeichnet, nur die süßliche Soße im Hintergrund war leider zu fest und klebte mehr am Teller, als dass man sie dazu hätte essen können.

Gang zwei war ein Hummerschaumsüppchen mit Tomaten und Süßwassergarnele. Diese Suppe war leicht süßlich, hat jedoch, wie es sein sollte auch nach Hummer geschmeckt. Sie liegt bei mir auf Platz zwei von den 4 Gängen.

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Der große Hauptgang bestand aus einem medium gebratenen Rinderfilet und einer Riesengarnele auf getrüffeltem Süßkartoffelpüree. Auf der Karte stand noch, dass es dazu gebratene Austernpilze gäbe, aber wir konnten sie auf unserem Teller nicht finden. Auf Nachfrage, erzählte uns die Kellnerin, dass dem Koch die Pilze verbrannt seien und er sie deshalb komplett weggelassen hätte. Das fand ich persönlich jetzt nicht so schlimm, denn das kann dem besten Koch mal passieren und der Rest des Essen hat trotz allem super harmoniert. Schade fand ich nur, dass vorher nicht gefragt wurde, ob man sein Steak medium, rare oder durch haben will.

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Zu guter Letzt kam der Knaller: Die Nachspeise – ein lauwarmes Schokotörtchen mit flüssigem Kern auf einem Orangencremebett mit Minze. Dazu gabs ein in weiße Schokolade getauchtes Grissini.

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Trotz der kleinen Gänge, war ich nach diesen vier Runden und dem mächtigen Schokokuchen extrem satt und zufrieden. Die Bedienung war immer aufmerksam und ich fand es super, dass der Türsteher bis circa 23 Uhr niemanden reingelassen hat, der nicht vorher reserviert hatte. So wurde es nicht unnötig laut und voll und wir konnte unser Menü genießen. Danach öffnete das Paul seine Tore für alle und es gab noch eine Silvesterparty. Wir sind jedoch um kurz vor Mitternacht, nach 2 Flaschen Wein und 3 Gin Tonic zum Knallen vor die Tür gegangen.

Alles in allem bin ich positiv beeindruckt vom Essen und vom Ambiente im Pauls. Es wird vielleicht nicht mein neuer Lieblingsladen, da es schon etwas schicker dort zugeht, aber für besondere Anlässe ist es einen Besuch wert. Die Speisen auf der normalen Karte reichen von Frühstück über Nudeln, Salate und Burger bis hin zu Steak und noch edleren Gerichten, wie Hummer. Dementsprechend breit ist auch die Preisklasse aufgestellt.

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Ich gebe dem Paul 4 von 5 Sterne!

 

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Kaiserstraße 22, 90403 Nürnberg, Tel: 0911/227845

Öffnungszeiten:

Mo-Do 08:00 – 01:00

Fr-Sa 08:00 – 02:00

So 08:00 – 01:00

 

 

Die asiatische Wirtshauskatze

Wer eine Verbindung zwischen Katzen und Asien sucht, kommt womöglich zunächst auf die berühmte Winkekatze oder assoziiert damit ein Gericht, in dem die Haustiere mit verbraten sind. Selten denkt man da an ein thailändisches Wirtshaus mit einer Katze als Maskottchen.

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Eben dieses mit dem Namen „Wirtshauskatze“ gibt es jedoch in St. Johannis, nahe der Pegnitz. Ganz klein und unscheinbar, ist es mir erst gar nicht aufgefallen und selbst wenn ich dort mit meinem Fahrrad vorbeigesaust bin, war der Name auf dem Schild zu klein, um lesbar zu sein. Es hätte auch ein Hipster-Deko-Laden sein können. Doch hier gibt es rustikales Essen auf asiatisch. Keine Miniportionen in abgefahrenen Designs und auch keine High-End-Cross-Cuisine, sondern bodenständige Küche, die satt und glücklich macht.

Auch wenn dieses Lokal vielleicht noch ein Geheimtipp für viele ist, sollte man immer reservieren, denn der Innenraum ist sehr klein und kann maximal, inklusive Theke, 10-15 Leute fassen.

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Im Sommer gibt es noch die Möglichkeit an drei Tischen mit je vier Stühlen draußen zu sitzen. Der Außenbereich liegt zwar auf dem Gehsteig, ist jedoch liebevoll, wie ein kleiner Garten gestaltet und optisch zur Straße abgetrennt.

Neben wechselnden Gerichten, die auf der Facebookseite angezeigt werden, gibt es eine feste Speisekarte, die, statt in einem langweiligen Kasten, in eine Art Vogelhäuschen am Eingang untergebracht ist. Da wir schon im Sommer dort waren, muss ich in meinem Kopf kramen, wie ich das Essen am besten beschreiben könnte: Das Adjektiv „lecker“ scheint ja seit neuestem verpönt zu sein, also versuche ich es anders zu umschreiben. Als Vorspeise haben wir uns die heißgeliebten Summerrolls geteilt – Allerlei Grünzeug und Hühnchen sind dabei nicht in Frittierfett ertränkt, sondern in Reispapier gehüllt. Diese selbst, aber auch der dazugereichte Dip haben uns sehr gemundet. (Man beachte diese gehobene Ausdrucksweise. Und dabei wird mir das Wort auch noch vom Autokorrekt rot unterkringelt. Ich bin empört!). Einziger Minuspunkt war die geringe Menge der dazugereichten Soße, die schon nach zwei Bissen von der Rolle aufgesaugt war.

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Zur Hauptspeise hatte mein Freund ein rotes Curry, welches gut gewürzt, aber nicht zuuu scharf serviert wurde (wobei das ja nun auch Geschmacks- und damit Ansichtssache ist). Ich konnte mich meinerseits an leckeren (mist, da ist es mir rausgerutscht), im Wok gebratenen Nudeln mit frischem Gemüse erfreuen. Nichts war zerkocht, alles so wie es muss und dabei mehr als genug.

Eine kurze Erwähnung soll auch noch unsere Bedienung finden, die freundlich, aber nicht überschwänglich war, also so wie ich es mag: Keine aufgesetzte Herzlichkeit, aber immer da wenn man sie brauchte.

Schlussendlich muss ich noch den Preis erwähnen: Das Restaurant liegt zwar etwas über den normalen asiatischen Abhol- und Bringdiensten, aber weit unter manch anderen Restaurants, die sich im Angebot und Endprodukt jedoch nicht wesentlich von der Wirtshauskatze unterscheiden. Alles war frisch und, man möchte meinen, mit Liebe zubereitet. Eindeutig steht da ein Fachmann in der Küche und nicht irgendein umgelernter Italiener. Unter diesen Umständen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bombastisch.

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Fazit:

Ich mag zwar keine Katzen, aber die Wirtshauskatze werde ich wieder besuchen. Die Gerichte sind nicht nur reichlich und relativ günstig, denn das kann ja jeder, sondern auch noch frisch und geschmacklich gut. Innen erinnert das Ambiente dank der Theke tatsächlich eher an eine alte Kneipe, was jedoch nicht verheimlicht wird, wie der Name Wirtshauskatze schon sagt. Trotzdem wurde versucht mit Farben und Deko ein asiatisches Flair und Modernität hineinzubringen. Der Außenbereich dafür ist umso gemütlicher. Probierts aus und hinterlasst gerne eure Meinung!

Ich habe gesprochen: Miau!

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Wirtshauskatze

Wiesentalstrasse 3,

90419 Nürnberg

Tel: 0911/ 89190314

Alle guten Dinge sind drei – Kürbissuppen

Mit dem Herbst beginnt nun wieder die Zeit in der ich morgens schlechter aus dem Bett komme, die frühe Dunkelheit mich dauermüde macht und ich öfter kalte Füße habe. Also muss etwas zu Essen her, das das Herz erwärmt und Farbe ins Leben bringt. Ein Glück gibt es Kürbis. Obwohl ich ganzjährig versuche das Kommen der dritten und vierten Jahreszeit zu verdrängen, freue ich mich doch auf die Suppenzeit. Mit einem kürzlich neu gekauften Topfset von Silit war es dann auch beschlossen: Ich koche Kürbissuppe und zwar nicht nur eine, sondern drei Varianten davon gleichzeitig.

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Mein Klassiker ist die Kürbissuppe mit Möhren und Kokosmilch. Die zweite Geschmacksrichtung war eine Mischung aus Kürbis mit Mais, verfeinert mit Sahne. Als dritte Suppe kamen Kürbis und Blumenkohl mit saurer Sahne in einen Topf. Für alle drei Suppen habe ich nur einen Hokkaidokürbis genutzt und diesen gedrittelt. Hier also die Rezepte dafür:

1. Kürbis-Möhren-Suppe

Zutaten: 1/3 Kürbis, 2-3 Möhren, Brühe, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Kokosmilch, (ein Schuss O-Saft), Currypulver, Pepperoni/Chili, Muskatnuss, Salz, Pfeffer; Topping: Shrimps, Petersilie

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Zuerst habe ich den Kürbis in daumengroße Stücke geschnitten und gleich auf drei Teller verteilt. Danach wurden die Zwiebeln, der Knoblauch, die Pepperoni und die Möhren geschnippelt. Man kann dabei recht grob schneiden, da zum Schluss sowieso alles püriert wird. Im Wasserkocher erhitzte ich schon mal das Wasser für die Brühe. Am besten schmeckt mir die „Bouillon Pur Delikatesse“ von Knorr. In einem größeren Topf habe ich zuerst Zwiebeln und Knoblauch angebraten. Dann kamen der Kürbis und die Möhren hinzu. Damit es noch eine Kürbissuppe bleibt, ist es wichtig darauf zu achten, ein Verhältnis von 2/3 Kürbis und circa 1/3 Karotten zu haben. Als alles gut angebraten war, wurde nach Bedarf Brühe dazu gekippt. Diese Mischung musste ungefähr 15 Minuten köcheln. In der Zwischenzeit konnte ich schon die Zutaten für die nächste Suppe schneiden. Sobald die Suppe bereit war, wurde sie mit einem Stabmixer püriert und wieder auf den Herd gestellt. Dann rührte ich Kokosmilch unter. Diesmal habe ich nur eine viertel Dose genommen, damit der Kürbisgeschmack noch erhalten blieb. Wer mag hätte auch einen Schuss Orangensaft hinzugeben können, um die fruchtige Note zu unterstreichen. Ich hatte dieses Mal vergessen, welchen zu kaufen. Zum Schluss rührte ich das Currypulver, Chilli, Muskatnuss, Salz und Pfeffer nach Belieben ein. Kurz vor dem Essen kamen nun noch die kurz vorher angebratenen Shrimps dazu und als Garnierung ein bisschen Petersilie oder Koriander.

2. Kürbis-Mais-Suppe

Zutaten: 1/3 Kürbis, 1 Dose Mais, 1/2 Paprika, Brühe, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Schlagsahne, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Thymian; Topping: Erdnüsse

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Auch hier wurden die Zwiebel, der Knoblauch und kurz danach die geschnittene Paprika, der abgetropfte Mais und der geschnittene Kürbis angebraten. Dann kam wieder Brühe hinzu. Die Suppe blieb 15 Minuten auf dem Herd bevor sie püriert wurde. Danach fügte ich eine Packung Sahne (ca 150ml) hinzu sowie Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Thymian. Als Topping passten hier gut gesalzene Erdnüsse.

3. Kürbis-Blumenkohl-Suppe

Zutaten: 1/3 Kürbis, Blumenkohl (ca 300gr), Brühe, 1 Zwiebel, 1 EL Ingwer, (saure Sahne), Salz, Pfeffer; Topping: Grillwürstchen

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Meine letzte Suppe bestand wieder aus den gleichen Grundschritten, wie bei den anderen. Da ich Tiefkühlblumenkohl gekauft habe, musste ich diesen vorher noch in heißem Wasser auftauen lassen. Zwiebeln, geschälter Ingwer, Kürbis und Blumenkohl wurden angebraten und mit Brühe aufgegossen. Auch hier püriert man das Ganze dann. Ich habe mal etwas Neues ausprobiert und saure Sahne hinzugeben. Dies führte nicht zum gewünschten Resultat also würde ich nächstes Mal wieder zur normalen Sahne greifen, um die Suppe zu verfeinern. Zum Schluss kam hier ausnahmsweise nur Salz und Pfeffer rein und als Topping gabs Grillwürstchen, die vom Vortag noch übrig geblieben waren.

Fazit:

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Mein Favorit unter den drei Suppen ist eindeutig noch immer der Klassiker mit Möhren und Kokosmilch. Auf Platz 2 steht bei mir die Kürbis-Mais-Suppe und den letzten belegt die Blumenkohlvariante. Dies lag aber hauptsächlich an der sauren Sahne, die das ganze leider zu, naja was soll ich sagen, sauer gemacht hat😉

Vielleicht kocht ihr die Suppen ja mal nach und erzählt mir von eurem Favoriten oder habt ihr noch andere tolle Rezepte mit Kürbis, die ich unbedingt kennen sollte? Ich bin gespannt!

Guten Appetit!